Erzählt man anderen Menschen, dass man Wissenschaftsjournalistin ist, erntet man oft ein: „Oh, das ist bestimmt schwer!“. Selbst Akademikern sind die Naturwissenschaften nicht ganz geheuer. Langweilig, trocken, keine Geschichten, so lautet das Urteil der Außenstehenden. Ein Irrtum., findet Jana Schlütter. Für die Diplom-Journalistin gibt es kein anderes Feld, das die Neugier auf die Welt so herausfordert.
In den letzten acht Jahren hat sie für die Wissenschaftsredaktionen von DIE ZEIT, SPIEGEL Online, DIE WELT, Berliner Zeitung, aber auch für GEO/GEOlino und das Wissenschaftsmagazin Nature geschrieben. Ihr Fokus ist dabei das Leben, also Themen aus Medizin, Biologie, Psychologie und Neurowissenschaft.
Von 2006 bis 2009 war sie außerdem Pressereferentin bei der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, zuletzt als Leiterin des Berliner Büros. Zu ihren Aufgaben gehörten zum Beispiel die Redaktion des Newsletters „Aus den Akademien“, die Konzeption und Produktion von Broschüren und die Pressearbeit für die alljährlichen Akademientage, die sich vor allem an Schüler wenden. PR-Auftraggeber sind heute unter anderem die LMU München und Deutschland – Land der Ideen.
Zum Wissenschaftsjournalismus kam Jana Schlütter über Umwege, den Diplomstudiengang Journalistik an der Universität Leipzig durfte man nicht mit Biologie kombinieren. So wählte die Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Politikwissenschaft als ergänzendes Hauptfach und lernte das journalistische Handwerk während eines Volontariats bei der Thüringer Allgemeinen von der Pike auf. 2003 belegte sie schließlich ein Wissenschaftsjournalismus-Seminar von Lilo Berg, ein Praktikum bei der Berliner Zeitung folgte. Seitdem war ihr klar: Das ist mein Ressort!
Ihr Fachwissen hat Jana Schlütter 2009/2010 in einem Aufbaustudium an der Columbia University Graduate School of Journalism in New York vertieft (Abschluss: Master of Arts). Gefördert von der Studienstiftung der Süddeutschen Zeitung und der Robert Wood Johnson Foundation hatte sie gemeinsam mit acht Kollegen die Chance, sich unter der Anleitung von Pulitzer-Preisträger Jonathan Weiner dem erzählenden Wissenschaftsjournalismus zu nähern. Außerhalb der Journalism School hat sie unter anderem eine Einführung in die kognitive Neurowissenschaft und einen Kurs mit dem Titel „Ignorance“ aus der Biologie belegt. „Ignoranz“ hatte hier keinen negativen Beiklang. Im Gegenteil: Experten unterschiedlicher Fachgebiete erklärten, was sie nicht wissen, an welchen ungelösten Fragen sie gerade arbeiten. Was sonst ist Forschung?
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